
Profi · Kapitel 7 von 14
Home Assistant Add-ons: MariaDB, Grafana & Co.
Home Assistant allein ist mächtig – aber mit den richtigen Add-ons wird es zum Rundum-Sorglos-Paket. Hier lernst du die wichtigsten Add-ons kennen, warum du sie brauchst und wie du sie richtig konfigurierst.
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Das Wichtigste in Kürze
3 Kernaussagen für Schnellleser
Home Assistant Add-ons verwandeln deinen Pi oder NUC in einen vollwertigen Smart-Home-Server. MariaDB ersetzt die Standard-SQLite-Datenbank für mehr Performance, Grafana visualisiert Verbrauchsdaten, und Mosquitto stellt den lokalen MQTT-Broker bereit. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Add-ons und in welcher Reihenfolge du sie einrichtest.
- MariaDB und InfluxDB halten Historien stabil – SQLite reicht nur für kleine Setups.
- Grafana, File Editor und Terminal sind die drei Add-ons, die du als Erstes installieren solltest.
- HACS erweitert Home Assistant um Community-Integrationen – nach dem Backup einrichten.
MariaDB: Warum SQLite irgendwann nicht mehr reicht
Home Assistant speichert Historie standardmäßig in SQLite – einer dateibasierten Datenbank, die für kleine Installationen völlig ausreicht. Sobald du aber hunderte Sensoren hast und die Historie über Monate zurückgehen soll, wird SQLite zum Flaschenhals. Die Recorder-Integration schreibt dann langsamer, und das Data-Purging (Löschen alter Daten) blockiert gelegentlich die Datenbank.
Umstellung auf MariaDB
Installiere das offizielle MariaDB-Add-on: Einstellungen → Add-ons → Add-on-Store, dann „MariaDB" suchen und installieren. Konfiguriere die Add-on-Optionen mit databases: ['homeassistant'], dann trage in der configuration.yaml unter recorder die Verbindung ein. Die bestehenden SQLite-Daten werden nicht automatisch migriert – die Historie beginnt ab dem Umstellungszeitpunkt. Wer seine alte Historie behalten will, kann sie vorab per DB-Export sichern.
Recorder-Optimierung
Nur weil MariaDB mehr aushält, heißt das nicht, dass du alles speichern solltest. Konfiguriere den Recorder so, dass er nur die Entitäten aufzeichnet, die du wirklich brauchst. Schließe Sensoren aus, die sich ständig ändern (z.B. Stromzähler jede Sekunde), und nutze stattdessen den Long-Term-Statistics-Mechanismus in Home Assistant, der ohnehin stündliche Durchschnitte speichert.
Pro-Tipp
Setze
innodb_buffer_pool_sizeauf 25–50 % des verfügbaren RAM – auf einem Pi 4 (4 GB) maximal 1 GB, auf einem Pi 5 (8 GB) maximal 2 GB, auf einem NUC (16 GB) maximal 4 GB. Auf Pi-Geräten lieber 25 % wählen, um den OOM-Killer zu vermeiden.
Grafana: Sensordaten professionell visualisieren
Das History-Graph-Chart in Home Assistant ist für einfache Temperaturverläufe ausreichend. Wenn du aber verschiedene Messgrößen in einem Dashboard kombinieren, Zeiträume flexibel vergleichen oder Alarm-Schwellwerte einzeichnen willst, reicht es nicht. Grafana ist das De-facto-Standard-Tool für Zeitreihen-Visualisierung und arbeitet nahtlos mit der MariaDB aus dem vorherigen Abschnitt zusammen.
Einrichtung und Datenquelle
Nach der Installation des offiziellen Grafana-Add-ons fügst du MariaDB als Datenquelle hinzu. Der Hostname ist der interne Add-on-Name (Präfix ist der Container-Hash + Add-on-Slug, z.B. a0d7b954_mariadb – den exakten Namen findest du in der HA-Add-on-Übersicht unter „Info"). Datenbank ist homeassistant. Die Tabellenstruktur von HAs Recorder ist gewöhnungsbedürftig – am einfachsten nutzt du fertige SQL-Queries aus der Community.
Dashboards und Panels
Erstelle ein Panel pro Raum oder Thema (Heizung, Energie, Wetter). Nutze Variablen-Dropdowns, um zwischen Räumen oder Zeiträumen zu wechseln, ohne das Dashboard zu duplizieren. Alerts in Grafana benachrichtigen dich per E-Mail, Telegram oder Webhook, wenn ein Schwellwert überschritten wird – unabhängig von Home Assistant-Alarmen.
Wusstest du schon?
Du kannst Grafana-Panels per iframe direkt in dein Home Assistant Dashboard einbetten. So hast du die mächtigen Grafiken dort, wo du sie am häufigsten brauchst – ohne extra Tab zu öffnen.
Das Wesentliche in Kürze
Chrony: Warum exakte Zeit wichtig ist
Viele Smart-Home-Komponenten verlassen sich auf korrekte Zeitstempel: Zertifikate werden ungültig, TLS-Verbindungen scheitern, geplante Automatisierungen starten zur falschen Zeit. Der Standard-NTP-Dienst im Host-Betriebssystem reicht oft – aber auf einem Raspberry Pi 4(öffnet in neuem Tab) ohne Echtzeituhr (RTC) driftet die Zeit nach jedem Neustart, bis der NTP-Abgleich durchgeführt wird.
Chrony ist ein NTP-Client, der schneller synchronisiert als der klassische NTP-Daemon – besonders nach Netzausfällen oder Reboots. Installiere es als Add-on, und dein HA-System hat innerhalb von Sekunden nach dem Start die korrekte Zeit. Optional: Ein DS3231-RTC-Modul(öffnet in neuem Tab) am Raspberry Pi (ca. 5 Euro) sorgt für Zeitsynchronisation auch komplett ohne Netzwerk.
Pro-Tipp
Prüfe den Zeitsynchronisations-Status per
timedatectl status(Shell-Zugriff via HA-Terminal-Add-on) oder im HA-Log auf Chrony-Meldungen. Der Sensorsensor.time_datezeigt nur die aktuelle Uhrzeit – nicht den Sync-Status.
HACS: Die Community-Bibliothek für Integrationen und Karten
Home Assistant Community Store (HACS) ist kein Add-on im strengen Sinne, sondern eine benutzerdefinierte Integration, die du manuell installierst. Dann bekommst du Zugang zu tausenden Community-Integrationen, Custom-Cards für dein Dashboard und Themes – alles mit Update-Benachrichtigung direkt in HA.
Installation und Einrichtung
HACS wird über ein Bootstrap-Skript installiert (als root im HA-Container): wget -O - https://get.hacs.xyz | bash -. Du brauchst ein GitHub-Konto und einen Personal Access Token mit dem Scope „public_repo" – der Token hat nur Lesezugriff auf öffentliche Repos, kein Schreibzugriff auf dein Konto. Nach der Installation erscheint HACS als eigener Bereich in der Seitenleiste.
Wichtige HACS-Inhalte
Beliebte Community-Integrationen: Browser Mod (HA im Browser steuern), Custom Header (Seitenleiste anpassen), Font Awesome (zusätzliche Icons). Beliebte Custom-Cards: Mushroom Cards (kompakte, moderne Karten), ApexCharts Card (erweiterte Diagramme), Markdown Card (flexibler Text in Dashboards).
Check_MK: System-Monitoring für dein Smart Home
Sobald dein Smart Home mehrere Dienste umfasst – HA, Node-RED, MQTT-Broker, MariaDB, Grafana –, empfiehlt sich proaktives Monitoring. Check_MK gibt es in zwei Editionen: Raw Edition (Open-Source, für das Homelab ideal) und Enterprise Edition (kommerziell). Die HA-Integration ist ein Community-Projekt und nicht im offiziellen Add-on-Store – Installation über HACS oder manuell.
Der große Vorteil gegenüber einfachen HA-Sensoren: Check_MK erkennt automatisch, wenn ein Dienst nicht mehr läuft (z.B. der MQTT-Broker abgestürzt ist), warnt dich proaktiv und protokolliert die Historie. Die Weboberfläche zeigt übersichtlich, welcher Host welchen Status hat. Besonders nützlich in Kombination mit automatischen Restart-Skripts, die bei erkannten Ausfällen eingreifen.
Wusstest du schon?
Check_MK kann auch SNMP-Geräte überwachen – zum Beispiel deinen Router, Switch oder NAS. So wird dein Smart-Home-Monitoring zum vollwertigen Homelab-Monitoring, ohne dass du ein separates System brauchst.
Die richtige Mischung macht den Unterschied
MariaDB und Grafana bilden die Basis für jedes Setup mit mehr als ein paar Dutzend Sensoren. Chrony sorgt dafür, dass Zeitstempel stimmen – besonders wichtig auf Raspberry-Pi-Geräten ohne RTC. HACS erweitert die Plattform mit Community-Inhalten und ist für die meisten Setups unverzichtbar. Check_MK rundet das Bild ab, sobald du mehrere Dienste parallel betreibst.
Häufig gestellte Fragen
Wann lohnt sich der Umstieg von SQLite auf MariaDB?
Brauche ich zwingend eine RTC (DS3231) für meinen Raspberry Pi?
Ist HACS sicher – kann ich es produktiv einsetzen?
Welcher Sensor oder Befehl zeigt mir, ob die Zeit wirklich synchron ist?
Brauche ich für ein 5-Sensor-Setup bereits MariaDB + Grafana?
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