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Einsteiger · Kapitel 5 von 8

Homematic IP HKT anlernen ohne Cloud

Das Homematic IP Heizkörperthermostat läuft lokal, zuverlässig und auf 868 MHz. Hier lernst du, wie du es in 6 Schritten anlernst, den richtigen Adapter wählst und es in Home Assistant einbindest.

Lesezeit: ~5 MinAktualisiert 16. August 2026

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Das Wichtigste in Kürze

3 Kernaussagen für Schnellleser

Das Homematic IP Heizkörperthermostat (HKT) lernst du in 6 Schritten an: Access Point anschließen, App einrichten, HKT in Anlernmodus bringen, in der App bestätigen, Ventiladapter aufstecken, Zeitplan anlegen. Du brauchst zwingend den Homematic IP Access Point 2 oder eine CCU3. Häufigste Fehler: falscher Ventiladapter, kein ausreichendes Funksignal.

  • Homematic IP läuft vollständig lokal – kein Internet nötig, sobald der Access Point eingerichtet ist.
  • Der HKT Evo braucht zwingend einen Homematic IP Access Point; ohne ihn ist er nicht nutzbar.
  • HomeMatic IP ist das System der Wahl, wenn Datenschutz und lokale Kontrolle wichtiger sind als einfache Einrichtung.

Warum Homematic IP eine andere Kategorie ist

Homematic IP kommt von eQ-3, einem deutschen Unternehmen, und setzt auf ein eigenes 868-MHz-Funkprotokoll. Das ist kein Zigbee, kein WLAN, kein Matter – sondern ein geschlossenes System, das über seinen eigenen Access Point (AP) oder eine CCU kommuniziert.

Vorteile: Sehr zuverlässige Funkverbindung (868 MHz durchdringt Wände besser als 2,4 GHz). Lokaler Betrieb möglich, auch bei Internetausfall. Lange Batterielaufzeit (1–2 Jahre). Qualitativ hochwertige Verarbeitung. Europäische Server (DSGVO-konform).

Nachteile: Du brauchst zwingend den Homematic IP Access Point 2 (HmIP-HAP2) oder eine CCU3 – das erhöht die Einstiegskosten. Keine herstellerübergreifende Kompatibilität wie bei Zigbee oder Matter out-of-the-box.

LokalBetrieb ohne Cloud möglich – auch bei Internetausfall
AP PflichtHomematic IP Access Point 2 (HmIP-HAP2) ist zwingend erforderlich
1–2 JahreTypische Batterielaufzeit des HKT im Normalbetrieb

Was du brauchst

  • Homematic IP Heizkörperthermostat – der Aktor, der auf das Ventil aufgesteckt wird. Es gibt zwei Modelle: das HmIP-eTRV (Evo)(öffnet in neuem Tab) mit großem Display (empfehlenswert für Einsteiger) und das kompaktere HmIP-eTRV-2. Beide funktionieren identisch im System.

  • Homematic IP Access Point 2 (HmIP-HAP2) – die Bridge, die per LAN ans Heimnetz angeschlossen wird. Das Starter Set Evo(öffnet in neuem Tab) (AP2 + 2 Thermostate) ist oft günstiger als Einzelkauf und deckt direkt zwei Räume ab.

  • Den passenden Ventiladapter – M30 × 1,5 liegt bei, andere Typen (Danfoss RA, Heimeier) als Zubehör (ca. 3–8 €).

  • Smartphone mit Homematic IP App (iOS/Android, kostenlos).

    Pro-Tipp

    Wenn du bereits einen Raspberry Pi mit Home Assistant betreibst, ist eine CCU3 oder RaspberryMatic eine sinnvolle Alternative zum offiziellen Access Point – mehr Kontrolle, kein Cloud-Konto nötig, aber etwas mehr Einrichtungsaufwand. Für den ersten Start reicht der AP2.

Das Wichtigste hast du jetzt!

Du weißt jetzt, was Homematic IP ist, welche Geräte du brauchst und dass es zwei HKT-Modelle gibt. Damit kannst du entscheiden, ob das System zu dir passt. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung – inklusive Adapter-Auswahl, erweiterter Funktionen und Home-Assistant-Einbindung – liest du darunter.

Den richtigen Ventiladapter wählen

Das HKT wird direkt auf das Heizkörperventil aufgeschraubt. Der wichtigste Schritt vor dem Kauf: Welchen Adapter braucht dein Ventil?

GewindetypTypische HerstellerIm Lieferumfang?
M30 × 1,5Danfoss, IMI, Heimeier (neuere)Ja
Danfoss RAÄltere Danfoss-VentileNein, separat
Heimeier / ComapHeimeier, ComapNein, separat
CaleffiCaleffiNein, separat
GiacominiGiacominiNein, separat

Wusstest du schon?

Wenn du nicht sicher bist, welchen Adapter du brauchst: Schraube den alten Thermostatkopf ab (bei kaltem Heizkörper – Ventil dreht dann zu) und such die Aufschrift auf dem Ventilgehäuse. Danfoss-Ventile haben oft ein kleines „RA"-Logo eingeprägt. Ein Foto an den eQ-3-Support hilft bei Unklarheiten.

Schritt für Schritt: HKT anlernen

  1. Access Point anschließen: HmIP-HAP2 per Ethernet ans Heimnetz, Netzteil anschließen. Die LED leuchtet dauerhaft blau, wenn die Verbindung steht.
  2. App einrichten: Homematic IP App öffnen → Konto erstellen → AP2 per QR-Code scannen (Unterseite des Geräts). Der Einrichtungsassistent führt dich durch den Rest.
  3. HKT in Anlernmodus bringen: Drei Sekunden lang die mittlere Taste gedrückt halten, bis die LED blinkt. Das HKT ist jetzt bereit zum Pairen.
  4. In der App bestätigen: App → „Gerät hinzufügen" → HKT erscheint automatisch. Gerät benennen und einem Raum zuweisen (z. B. „Schlafzimmer Süd").
  5. Adapter montieren und HKT aufstecken: Alten Thermostatkopf abschrauben (Ventil dreht zu – Heizkörper vorher abkühlen lassen). Richtigen Adapter wählen, HKT aufschrauben. Das HKT kalibriert sich automatisch (3–5 Minuten, leise Knackgeräusche sind normal).
  6. Zeitplan einrichten: Raum in der App auswählen → Zeitplan anlegen. Empfehlung für Einsteiger: Nacht 17 °C, Morgen/Abend 21 °C, Abwesenheit 16 °C.

Pro-Tipp

Nach der Kalibrierung kurz prüfen: HKT auf 22 °C stellen, nach 2 Minuten sollte der Heizkörper warm werden. Wenn er kalt bleibt, sitzt der Adapter falsch oder das Ventil ist beschädigt.

Erweiterte Funktionen: Boost, Urlaub, Fensterkontakt

Das HKT kann deutlich mehr als nur Zeitplan-Heizen. Diese Funktionen lohnen sich im Alltag:

  • Boost-Modus: Ventil für 5 Minuten komplett öffnen – ideal direkt nach dem Lüften, damit der Raum schnell wieder warm wird (Taste lang drücken oder per App).
  • Urlaubsmodus: In der App Urlaub mit Start- und Enddatum sowie Zieltemperatur eintragen. Das HKT hält genau diese Temperatur – kein manueller Eingriff nötig.
  • Wochenprogramm: Bis zu 13 Temperaturprofile pro Tag, bis zu 7 unterschiedliche Tagesprogramme pro Woche. Jeder Raum kann ein eigenes Programm haben.
  • Entkalkungsfahrt: Das HKT fährt einmal wöchentlich das Ventil durch den vollen Hub – verhindert, dass das Ventil nach dem Sommer festsitzt.
  • Bediensperre (Tastensperre): Per App aktivieren, damit Kinder oder Gäste die Temperatur nicht verstellen.
  • Fensterkontakt-Kopplung: Mit einem Homematic IP Fensterkontakt kombinieren: Fenster öffnen → HKT dreht automatisch auf Frostschutz-Temperatur. Fenster schließen → Sollwert aus dem Zeitplan wird wieder aktiv. Das ist die effektivste Einzelautomation nach dem Zeitplan.

Batterie wechseln

Das HKT läuft auf 2× AA-Batterien (Mignon). Typische Laufzeit: 1–2 Jahre, je nach Ventilhub-Häufigkeit und Raumtemperatur. Die App warnt rechtzeitig, wenn der Ladestand unter ca. 20 % sinkt.

Batterien wechseln: HKT vom Ventil abschrauben (nach links drehen), Gehäuse oben aufklappen, Batterien tauschen, wieder aufschrauben. Das HKT kalibriert sich nach dem Aufstecken neu (ca. 30 Sekunden, Ventil bleibt in der Zwischenzeit geschlossen).

Wusstest du schon?

Verwende Marken-Alkaline-Batterien (z. B. Duracell, Varta) statt Billig-Varianten. Günstige Batterien haben eine flachere Entladekurve – das führt zu falschen Ladestand-Anzeigen und unerwartetem Ausfall.

Homematic IP in Home Assistant einbinden

Homematic IP hat eine offizielle Home Assistant Integration – homematicip_cloud(öffnet in neuem Tab). Sie kommuniziert über die Homematic-Cloud-API als Brücke zwischen HA und deinem AP2.

Einbindung in 3 Schritten:

  1. In HA: Einstellungen → Integrationen → Suche „Homematic IP Cloud" → Hinzufügen.
  2. SGTIN eingeben: Die SGTIN steht auf dem AP2-Gehäuse (Unterseite) oder in der Homematic-App unter Geräteinfo.
  3. Authentifizieren: Kurz den blauen Knopf auf dem AP2 drücken, wenn HA dazu auffordert.

Nach dem Pairing erscheinen alle Thermostate als climate-Entitäten in Home Assistant. Wichtig: Zeitpläne entweder in der Homematic-App oder in HA-Automatisierungen pflegen – nicht in beiden gleichzeitig, sonst überschreiben sie sich gegenseitig.

Vollständig lokal (ohne Cloud): Das geht mit einer CCU3 oder RaspberryMatic und der Community-Integration hahomematic(öffnet in neuem Tab). Dabei ist kein Cloud-Konto nötig – alle Befehle laufen direkt über das 868-MHz-Funknetz. Das ist fortgeschrittener Stoff – für den Einstieg reicht die offizielle Cloud-Integration.

Pro-Tipp

Sobald die Thermostate in HA sichtbar sind, kannst du sie mit einer Anwesenheitserkennung (person-Entitäten) oder dem Heizkurven-Guide kombinieren – für witterungsgeführtes Heizen direkt aus Home Assistant.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für Homematic IP zwingend einen Access Point?
Ja – Homematic IP HKTs kommunizieren ausschließlich über das proprietäre 868-MHz-Protokoll. Ein Access Point 2 (HmIP-HAP2) oder eine CCU3 ist zwingend erforderlich. Eine direkte WLAN- oder Zigbee-Verbindung ist nicht möglich.
Was ist der Unterschied zwischen HmIP-eTRV und HmIP-eTRV-2?
Der eTRV (Evo) hat ein größeres Display und eine einfachere Tastenführung – für Einsteiger die bessere Wahl. Der eTRV-2 ist kompakter und etwas günstiger, aber die direkte Bedienung am Gerät ist weniger komfortabel. Im System funktionieren beide identisch.
Funktioniert Homematic IP auch ohne Internet?
Ja – mit dem offiziellen Access Point läuft die lokale Kommunikation zwischen AP und Geräten über 868 MHz ohne Internet. Für die App-Steuerung von unterwegs brauchst du eine Internetverbindung. Lokal konfigurierte Zeitpläne laufen aber auch bei Internetausfall weiter.
Welcher Ventiladapter passt für mein Heizkörperventil?
Der häufigste Standard ist M30 × 1,5 (z. B. Danfoss, IMI) – der passende Adapter liegt dem HKT bei. Ältere Danfoss RA-Ventile und Heimeier/Comap-Ventile brauchen einen Zusatzadapter (ca. 3–8 €, separat erhältlich). Schau auf das Ventilgehäuse oder den abgeschraubten alten Thermostatkopf – dort steht der Typ.
Kann ich Homematic IP komplett ohne Cloud betreiben?
Ja – mit einer CCU3 oder RaspberryMatic und der Community-Integration hahomematic in Home Assistant. Der offizielle Access Point 2 nutzt die Homematic-Cloud als Durchgangsweg für die App-Steuerung von außen; die lokale 868-MHz-Kommunikation zwischen AP und Geräten ist aber immer direkt und funktioniert ohne Internet.