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Fortgeschritten · Kapitel 1 von 8

Home Assistant Energy Dashboard

Das HA Energy Dashboard zeigt Strom, PV und Kosten als Sankey-Diagramm – Schritt für Schritt eingerichtet.

Lesezeit: ~4 MinAktualisiert 16. August 2026

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Das Wichtigste in Kürze

3 Kernaussagen für Schnellleser

Das Home Assistant Energy Dashboard gibt dir in einer Ansicht Überblick über Verbrauch, Einspeisung, PV-Erzeugung und Kosten. Du verbindest Stromzähler, Shelly-Steckdosen und PV-Wechselrichter einmalig als Energie-Entitäten – danach aktualisiert sich alles automatisch. Mit einem kalibrierten Shelly 3EM als Hauptzähler stimmen die Zahlen auf Cent genau.

  • Das Energy Dashboard braucht mindestens einen Stromzähler – Shelly oder HAN-Port am Smart Meter.
  • PV, Gas und Wasser lassen sich in einer Kostenübersicht bündeln – Tarife einmal hinterlegen.
  • Tägliche und monatliche Verläufe zeigen, ob deine Automatisierungen wirklich sparen.
2021.8Home Assistant Version seit der das Energy Dashboard verfügbar ist
3 TypenUnterstützte Energiequellen: Strom, Gas und Wasser in einer Ansicht
min. 1Sensor genügt für den Start – Shelly 3EM oder Smart-Meter-HAN-Port

Was ist das Energy Dashboard?

Das Energy Dashboard ist ein integriertes Feature in Home Assistant, das seit Version 2021.8 verfügbar ist. Es visualisiert deine Energieströme in einem Sankey-Diagramm: Wie viel Strom kommt aus dem Netz, wie viel von der PV-Anlage, wie viel wird eingespeist, und wo fließt die Energie hin.

Im Gegensatz zu einfachen History-Graphen versteht das Energy Dashboard die Richtung des Energieflusses – es weiß, dass PV-Produktion und Netzbezug unterschiedliche Quellen sind.

Das Dashboard ruft seine Daten aus den Long Term Statistics (Langzeitstatistiken) ab. LTS speichern stündliche, tägliche und 5-Minuten-Aggregate deiner Sensoren. Sie werden automatisch für Sensoren mit device_class: energy, gas oder water angelegt. Du erkennst LTS-Sensoren am Symbol „LTS" in den Home Assistant Entwicklerwerkzeugen – und musst nichts programmieren, nur die richtigen Sensoren konfigurieren.

Stromzähler hinzufügen

Der erste Schritt ist die Integration deines Stromzählers. Wenn du einen Shelly 3EM(öffnet in neuem Tab) oder einen anderen intelligenten Zähler nutzt, muss dieser als Sensor in Home Assistant verfügbar sein. Gehe dann wie folgt vor:

  1. Öffne Einstellungen → Dashboards → Energy.
  2. Klicke bei Stromverbrauch auf Konfigurieren.
  3. Wähle den Sensor für deinen Gesamtverbrauch (z. B. sensor.shelly_3em_total_consumption).
  4. Falls du den Verbrauch pro Phase trennen möchtest, kannst du drei separate Sensoren für L1, L2 und L3 angeben.
  5. Setze den Strompreis ein – entweder als fester Wert oder dynamisch über einen Tibber-/aWATTar-Sensor (→ Dynamische Tarife nutzen).

Wusstest du schon?

Home Assistant kann den Strompreis als statischen Wert (z. B. 0,32 €/kWh) oder dynamisch aus einem Sensor beziehen. Wenn du Tibber nutzt, steht der aktuelle Preis automatisch als Entität zur Verfügung.

Das Wichtigste hast du jetzt!

Das Energy-Dashboard braucht eine Verbrauchsquelle – ein Stromzähler-Sensor reicht für den Start. PV-Einbindung, Gas/Wasser, Kostenverfolgung und Trend-Ansichten folgen darunter.

PV-Produktion hinzufügen

Wenn du eine Photovoltaik-Anlage hast, kannst du deren Produktion ins Energy Dashboard einbinden. Wichtig: Du brauchst einen Sensor, der die gesamte erzeugte Energie in kWh misst – nicht die aktuelle Leistung in Watt. Ein Shelly 3EM liefert z. B. sensor.shelly_3em_total_energy (kWh, summiert). Viele Wechselrichter liefern nur Momentanleistung (W) – dann brauchst du eine Integration mit state_class: total_increasing oder den integration-Sensor-Helper, um kWh zu akkumulieren. Gehe auf StromverbrauchGesamt erzeugte Solar-Energie und wähle deinen PV-Sensor.

Falls dein Wechselrichter die Einspeisung ins Netz separat meldet, trage diesen Sensor bei Energie ins Netz zurückgespeist ein. Home Assistant berechnet dann automatisch:

  • Self-Production = PV-Erzeugung − Einspeisung
  • Grid Consumption = Gesamtverbrauch − Self-Production

Beispiel: PV-Erzeugung 20 kWh, Einspeisung 12 kWh → Self-Production = 8 kWh. Bei Gesamtverbrauch 25 kWh → Grid Consumption = 17 kWh.

Gas und Wasser hinzufügen

Das Energy Dashboard unterstützt neben Strom auch Gas- und Wasserverbrauch. Für Gas brauchst du einen Sensor mit der Device Class gas, für Wasser einen mit water. Die Konfiguration erfolgt analog zum Stromverbrauch: Einstellungen → Energy → Gas bzw. Wasser konfigurieren.

Für Gaszähler eignen sich Impulssensoren (z. B. Elster PR100 oder Reed-Sensor-Kit, montiert am mechanischen Zähler, 1 Impuls pro 0,01–1 m³ je nach Modell) oder smarte Zähler wie der Shelly Gas(öffnet in neuem Tab). Gib auch hier den Preis pro m³ oder kWh ein, damit das Dashboard die Kosten berechnet.

Kostenverfolgung einrichten

Das Energy Dashboard kann Energiekosten in Euro anzeigen. Du hast zwei Optionen:

  • Fester Preis: Trage z. B. 0,32 €/kWh ein – einfach, aber ungenau bei dynamischen Tarifen.
  • Dynamischer Preis: Verweise auf einen Sensor, der den aktuellen Preis liefert (z. B. sensor.electricity_price von Tibber oder aWATTar). Das Dashboard rechnet dann mit stündlich wechselnden Preisen. Wie du dynamische Tarife einrichtest, zeigt der Artikel Dynamische Tarife nutzen.

Für die Einspeisevergütung kannst du ebenfalls einen Wert oder Sensor angeben. Das Dashboard zeigt dann Netto-Kosten (= Bezugspreis minus Vergütung).

Das Energy Dashboard bietet drei Zeitebenen:

  • Tagesansicht: Zeigt den Energiefluss des aktuellen Tages. Ideal, um PV-Eigenverbrauch in Echtzeit zu prüfen.
  • Monatsansicht: Vergleicht Wochen und zeigt den Monatsverbrauch. Gut, um saisonale Schwankungen zu erkennen.
  • Jahresansicht: Der Gesamtüberblick. Hier siehst du, ob deine PV-Anlage die prognostizierten Erträge liefert.

In jeder Ansicht kannst du auf die Balken klicken, um den Energiefluss für einen bestimmten Tag zu sehen.

Grid Consumption vs. Self-Production verstehen

  • Grid Consumption = Strom, den du aus dem Netz beziehst. Dafür zahlst du den vollen Preis.
  • Self-Production = Strom, den du direkt von der PV-Anlage verbrauchst. Der kostet dich nur die entgangene Einspeisevergütung.

Der Autarkiegrad (Self-Sufficiency) gibt an, wie viel Prozent deines Verbrauchs du selbst deckst. Der Eigenverbrauchsanteil (Self-Consumption) zeigt, wie viel Prozent deiner PV-Produktion du selbst nutzt statt einzuspeisen. Beide Werte werden im Dashboard automatisch berechnet.

Pro-Tipp

Nutze MariaDB als Recorder-Datenbank statt der Standard-SQLite. SQLite wird bei großen Mengen an Long Term Statistics langsam, während MariaDB auch bei jahrelanger Historie performant bleibt. Installiere das MariaDB-Add-on in Home Assistant und ergänze in deiner configuration.yaml:

recorder:
  db_url: !secret mariadb_url
  purge_keep_days: 365

Den mariadb_url-Eintrag (Format: mysql://homeassistant:PASSWORD@core-mariadb/homeassistant?charset=utf8mb4) trägst du in secrets.yaml ein.